Soziales Lernen

1. Zur Einordnung des Faches in den Kontext „Werteerziehung“

Das Schulfach „Soziales Lernen“ wird in der Jgst. 5 14-tägig in einer Doppelstunde vom Klassenlehrer / von der Klassenlehrerin unterrichtet und bildet einen Baustein der Werteerziehung am Gymnasium Petrinum. Es sieht sich dem Leitbild des Schulprogramms verpflichtet, in dem ein humanistisch ausgerichtetes menschliches Miteinander als Grundlage jeglicher erzieherischer Tätigkeit bzw. jeglicher Interaktion im Schulalltag angestrebt wird.

Es will der Erkenntnis Rechnung tragen, dass Schule neben dem Auftrag zur Qualifikation auch einen Sozialisations- sowie einen Personalisationsauftrag zu erfüllen hat und dass insbesondere im Rahmen der Klassen-Neubildung zum Beginn der Erprobungsstufe eine Betreuung und Unterstützung von Gruppenprozessen erforderlich ist. Das in den Klassenverbänden herrschende Klima sollte auf gegenseitigem Verständnis und Vertrauen sowie einem fairen Miteinander-Umgehen basieren, da ohne Zweifel eine von sozialen Spannungen und Konflikten belastete Atmosphäre Lernfreude und –effizienz in nicht zu unterschätzender Weise beeinträchtigen kann.
Soll also jedem Kind ermöglicht werden, angstfrei zu lernen und sich seinen Fähigkeiten entsprechend zu entfalten, so sollte demgemäß „soziales Lernen“ dazu beitragen, dass

1. die Kinder das Gefühl von Zusammengehörigkeit und gegenseitiger Akzeptanz erwerben

2. sowie solche Kompetenzen entwickeln können, die sie in die Lage versetzen, auftretende Probleme im Klassenverband selbstständig und verantwortungsbewusst zu lösen.
„Soziales Lernen“ soll den Kindern der Jgst. 5 über den Unterricht hinaus die Chance bieten,

3. eigene Stärken und Schwächen zu erfahren und zu präsentieren

4. Gruppen(bildungs)prozesse zu reflektieren, auch um die eigene Position im Klassengefüge erkennen und ggf. verändern zu können

5. angemessene Umgangs- und Ausdrucksformen –insbesondere in Konfliktsituationen- kennen zu lernen

6. Verantwortung für sich selbst, aber auch für die Klassenkameradinnen und –kameraden zu übernehmen

7. Wertschätzung, Toleranz, Akzeptanz und Empathie zu erfahren bzw. zu zeigen

8. In demokratischer Weise mit Problemen und Konflikten umzugehen und nach möglichen Lösungen zu suchen u.v.a.m.

Da soziale Kompetenzen nicht ausschließlich und keinesfalls primär über kognitive Lerninhalte oder gar „per Anordnung“ erworben werden können, darf das Fach „Soziales Lernen“ nicht missverstanden werden als eine Art „Ethikkurs“ oder „moralische Unterweisung“, vielmehr müssen die Stunden viel Raum bieten für „Erfahrungen“ und „Erprobungen“, also für aktives Handeln. Das geschieht weitgehend in Form speziell auf diese sozialen Kompetenzen ausgerichteter Spiele die Teamgeist, Kooperation, Integration usw. fördern können; aber auch in der Weise, dass anfallende Konflikte thematisiert sowie konkret und selbstverantwortlich bearbeitet werden (s. dazu Abschnitt 2. dieser Ausführungen). In diesem Zusammenhang sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das „Soziale Lernen“ eng mit einem weiteren Konzept der Werteerziehung vernetzt ist, nämlich mit dem Baustein „Streitschlichtung“. Zum einen stellen die Mitarbeiter/innen der „Streitschlichtung“ sich und ihre Arbeitsweise den Kindern der Klasse 5 vor, so dass diese Institution zunächst einmal bekannt ist und ggf. „Techniken“, die dort eingesetzt werden, selbst ausprobiert werden können. Zum anderen werden die Schülerinnen und Schüler, aber auch die Lehrkräfte bei der Vor-stellung auch dazu angeregt, sich bei schwierigeren Konflikten vertrauensvoll an die „professionellen Streitschlichter“ zu wenden. Im Übrigen umfasst die Vernetzung selbstverständlich auch die anderen Bereiche des „Beratungskonzepts“ am Gymnasium Petrinum.

Das Schulfach „Soziales Lernen“ findet grundsätzlich im „Nachmittagsunterricht“ statt, was den Kindern mehr Bewegungsraum bietet und zu verhindern hilft, dass andere Lerngruppen gestört werden.
Die Betreuung erfolgt durch die jeweiligen Klassenlehrer/innen, von denen einige bereits zum Ende des Schuljahres 2009 an einer Fortbildungsmaßnahme teilgenommen haben, die von der KSG durchgeführt worden ist. Die betroffenen Kolleginnen und Kollegen erhalten zudem Unterstützung durch die Mitglieder der Projektgruppe „Soziales Lernen“, die eine Art „Leitfaden für die Unterrichtsarbeit“ erstellt haben (s.u. Abschnitt 2). Darüber hinaus haben diese einen Ordner angelegt, in dem Übungen, Spiele, Maßnahmen etc., die sich bereits in der Erprobung bewährt haben, gesammelt worden sind, des Weiteren existiert eine „Literaturliste“ mit Angaben zu Übungsmaterialien sowie empfehlenswerten Büchern (z.B. zur „Einführung eines Klassenrats“). Dort ist auch vermerkt, wer diese Materialien bereits angeschafft hat und ggf. ausleihen könnte.
Die Projektgruppe „Soziales Lernen“ legt zudem allen Klassenlehrern und Klassenlehrerinnen der Erprobungsstufe nahe, in dieser Gruppe mitzuarbeiten, was u.a. auch die Evaluation erleichtern könnte. Des Weiteren plädiert die Gruppe dafür, kontinuierliche und verbindliche Lehrerfortbildungen zum „Sozialen Lernen“ zu etablieren.
Ein weiterer Baustein, der das „Soziale Lernen“ in den Klassen 5 sinnvoll ergänzt, ist die Maßnahme „Prima Klima“, deren Konzept unter dem Abschnitt II erläutert wird.

2. Leitfaden für die Unterrichtsarbeit im Schulfach „Soziales Lernen“

Im Folgenden gibt die Projektgruppe „Soziales Lernen“ einen strukturierten Überblick über notwendig erscheinende und fakultative Inhalte des Faches „Soziales Lernen“, wobei die unter den ersten beiden Einheiten(A. und B.) genannten Maßnahmen wegen ihrer Relevanz für alle Anfangsklassen als verbindlich angesehen werden, unabhängig davon, ob sich bereits „Probleme“ erkennen lassen. Auch die unter Punkt D. angeführte Information durch die „Streitschlichter“ soll obligatorisch erfolgen, alle weiteren Inhalte dagegen können je nach klassenspezifischem Bedarf zur Anwendung kommen.
Als mögliche Inhalte werden festgelegt bzw. vorgeschlagen:

A. Ankommen, kennen lernen, sich vorstellen:

- Sich selbst präsentieren; Gemeinsamkeiten – Unterschiede erfahren; gemeinsam Stärken (u.U. Schwächen) erkennen und reflektieren
- gemeinsam den Lernort gestalten
- Information beschaffen über Aufbau/Organisation der Schule (Gremien);
- „Ämter“ kennen lernen und wahrnehmen…..

B. Erarbeitung verbindlicher Verhaltensweisen und Klassenregeln:

- Fixieren von Regeln, Vereinbarungen… (z.B. auf Plakaten)
- Verträge erstellen, Nachhaltigkeit sichern und überprüfen
- Einüben von Formen sozialen Miteinanders…

C. Entwickeln und Trainieren von Teamfähigkeit:

- (Spiele für) mehr Sozialkompetenz
- Integration, Empathie,
- Wahrnehmen von und Reflektieren über Gruppen(bildungs)prozesse(n)
- Abbau von Konkurrenzdenken, -verhalten
- Einrichten eines Klassenrats…

D. Umgang mit Konflikten:

- „anders streiten“ lernen
- Info-Stunde(n) durch „schuleigene Streitschlichter“ (z.B Lösungsstrategien bei Konflikten, Aushandeln von Verträgen, Abbau von Konkurrenzverhalten u.a.m.)…

E. Vertrauen aufbauen und fördern:

- Spiele mit Trainingsschwerpunkt „Vertrauensbildung“
- Klassenprojekte von der Klasse eigenverantwortlich planen und durchführen lassen

F. Umgang mit Aggressionen:

- Deeskalationstraining (falls noch vom Lehrkörper moderierbar)
- Anti-Mobbing-Training (dito)

Gymnasium Petrinum Brilon

Zur Jakobuslinde 21
59929 Brilon

Tel: 0 29 61 / 97 45 33

Fax: 0 29 61 / 97 45 66

E-Mail: sekretariat@petrinum-brilon.de

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