Lesepaten für die Internationale Klasse

Die ersten Lesepaten (v. l.): Sarah Carneim, Celina-Marie Kamitter, Caroline Sengen, Jessica Franke, Gina Volmer, Melissa Kaiser und Dominic Hänel (alle Q2)
Die ersten Lesepaten (v. l.): Sarah Carneim, Celina-Marie Kamitter, Caroline Sengen, Jessica Franke, Gina Volmer, Melissa Kaiser und Dominic Hänel (alle Q2)

Angehende Abiturienten mit großer Begeisterung im Einsatz. Wer hat Lust, ihnen nachzufolgen?
„Können wir dazu nicht mal ‘was Praktisches machen?“ – Dieser Wunsch kam im Leistungskurs Pädagogik der Q2 von Frau Kleinemeyer auf, nachdem sich die Schülerinnen und Schüler ausgiebig theoretisch mit dem Thema „Schule“ und speziell mit Wolfgang Klafkis Modell zur Unterrichtsplanung auseinandergesetzt hatten.
Da traf es sich gut, dass schulintern gerade die Idee geboren war, für die aktuell zwölf Schülerinnen und Schüler der Internationalen Klasse Lesepaten zu finden.
Lesepaten sind ehrenamtlich tätige Personen, die die Lesekompetenz anderer fördern, indem sie regelmäßig in kleinen Zeiteinheiten gemeinsam mit ihrem „Patenkind“ das Lesen und Verstehen üben, sich vorlesen lassen und auch selbst vorlesen.
Insbesondere für Kinder und Jugendliche aus nichtdeutschen Kultur- und Sprachräumen, die noch über keine bzw. nur sehr geringe Deutschkenntnisse verfügen, bieten diese Lese-Einheiten eine unbeschwerte und zugleich effiziente Möglichkeit, ihre Sprachfähigkeiten zu verbessern. Denn das Vorlesen und Erzählen sowie gemeinsame Übungen erweitern den Wortschatz und fördern das Sprechen und Verstehen auf motivierende und lebendige Weise.
Aus dem Pädagogik-Leistungskurs der Q2 waren sofort mehrere Schülerinnen und Schüler Feuer und Flamme, als sie von dem geplanten Projekt hörten. Spontan gestalteten sie bereits am nächsten Tag in Absprache mit Frau Kleinemeyer selbständig eine Vertretungsstunde in der Internationalen Klasse: So wurde nahezu in Eins-zu-eins-Betreuung beispielsweise geübt, die Uhrzeit auf Deutsch abzulesen, die korrekten Artikel zu Nomen zu bilden, die richtigen Personalpronomen einzusetzen oder den Wortschatz durch einfache Lern- und Gesellschaftsspiele zu trainieren. Kommuniziert wurde dabei in einem Gemisch aus Deutsch und Englisch sowie zum Teil auch mit Händen und Füßen, was für das ein oder andere herzliche Gelächter sorgte. Berührungsängste gab es jedenfalls nicht und am Ende der 90 Minuten verabschiedeten sich beide Seiten mit fröhlichen Gesichtern und dem Wunsch nach einer baldigen Fortsetzung.
Nach diesem gelungenen Testlauf fanden sich sieben Schülerinnen und Schüler, die sich fortan regelmäßig mit ihren „Patenkindern“ trafen und eifrig übten. Organisiert wurden die Lesepaten-Einsätze dabei von Frau Weise: Nachdem alle Lesepaten ihre individuellen Zeiten angegeben hatten, wann sie zur Leseförderung zur Verfügung standen, beispielsweise während Freistunden oder der Mittagspause, wurde ein Plan erstellt, der jedem Lesepaten einen Überblick über den Stundenplan seines „Patenkindes“ bot. Wann immer es einem Lesepaten möglich war, holte er seinen Schützling für wenigstens 20 Minuten aus dem Unterricht, ließ sich seinen Einsatz von der dort unterrichtenden Lehrkraft schriftlich bestätigen, bevor er sich mit seinem „Patenkind“ in der Pausenhalle oder einem leeren Klassenraum der Leseförderung widmete. Der Laufzettel mit den dokumentierten Einsätzen diente dabei als Beleg für einen entsprechenden Vermerk auf dem Zeugnis als außerunterrichtliches Engagement.
Trotz der begrenzten Zeit bis zum letzten Schultag und anstehender Abiturvorbereitungen kamen einige Schülerinnen und Schüler der Q2 noch auf beeindruckend viele Einsätze als Lesepaten, zum Teil unterstützten sie Frau Weise auch tatkräftig im DaZ-Förderunterricht (Deutsch als Zweitsprache), der täglich in der 3. und 4. Stunde in der Internationalen Klasse stattfindet.
Der augenscheinliche Erfolg der Pilotphase spornt dazu an, das Lesepaten-Projekt fortzusetzen. Dazu werden neue Lesepaten gesucht! Erste Nachfolger der Q2 stehen bereits in den Startlöchern: Engagierte Schülerinnen und Schüler aus den Pädagogikkursen der Q1 von Frau Weise. Doch das Fach Pädagogik ist keinesfalls Voraussetzung, um als Lesepate aktiv werden zu können! Abgesehen natürlich von der Fähigkeit, Deutsch zu sprechen und zu lesen, bedarf es im Prinzip nur der Bereitschaft, sich für wenigstens 20 Minuten pro Einheit – gerne auch länger – offen und geduldig auf den Lese-Schützling einzulassen.
Materialien zum Lesen, Üben und Spielen sind in der Internationalen Klasse vorhanden und werden von Frau Weise und Frau Müller-Bratvogel als zuständige Ansprechpartnerinnen zur Verfügung gestellt. Gerne dürfen Lesepaten aber auch eigene Bücher und Texte (vornehmlich aus der Lese-Anfangsphase) sowie einfache Lern- und Gesellschaftsspiele mitbringen.
Die ersten Erfahrungen haben gezeigt, dass in jedem Fall beide Seiten vom Lesepaten-Projekt profitieren: Die Schülerinnen und Schüler der Internationalen Klasse trainieren ihre Deutschkenntnisse und freuen sich sehr über neue Kontakte. Die Lesepaten erweitern im Sinne des Lernens durch Lehren ihre Sach-, Methoden- und Handlungskompetenzen auf lebensnahe Weise. Was gibt es zudem Schöneres, als ein herzliches Lachen des „Patenkindes“ und / oder einen fröhlichen Gruß bei spontanen Begegnungen in der Pausenhalle?
Also, auf geht’s! Wer interessiert ist, wendet sich bitte einfach an Frau Weise oder Frau Kleinemeyer bzw. meldet sich im Sekretariat (02961 / 97 45 33). Auch Eltern und Großeltern, die sich als Lesepaten engagieren möchten und vormittags Zeit haben, sind herzlich willkommen! Die Schülerinnen und Schüler der Internationalen Klasse freuen sich auf Euch und Sie!

Text und Foto: Svenja Kleinemeyer

Gymnasium Petrinum Brilon

Zur Jakobuslinde 21
59929 Brilon

Tel: 0 29 61 / 97 45 33

Fax: 0 29 61 / 97 45 66

E-Mail: sekretariat@petrinum-brilon.de

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