Die zertanzten Schuhe

Petriner Theater-AG begeistert Groß und Klein

Dass Märchen nicht nur historisch sein müssen, sondern durchaus auch einen Bezug zum aktuellen Geschehen haben können, bewies in eindrucksvoller Weise die Theater-AG des Petrinums unter der Regie von Hildegard und Ludger Knoke mit ihrer diesjährigen Aufführung. 13 hochmotivierte und begeisterte Schauspielerinnen und Schauspieler der Klassen 6 bis 9 zeigten vor liebevoll gestalteter und effektvoll beleuchteter Kulisse das Märchen von den zertanzten Schuhen, in dem es darum geht, dass die vier Töchter des Königs des Nachts heimlich durch den Zauberwald schleichen. Ihr Ziel ist das Schloss der verwunschenen Prinzen, wo sie die ganze Nacht durchtanzen.
Am Anfang des Stückes erfahren wir, dass die Prinzen( herrlich gespielt von Hanna Schulte, Leah Bartsch und Justin Bednorz) ziemlich böse Gesellen sind, die der Kräuterfee Petersilia (hervorragend interpretiert von Julia Malinowski) den Garten verwüsten wollen und deshalb von dieser in das Zauberschloss verbannt werden. Doch Vater König (überzeugend zornig gespielt von Noelle Baulmann) möchte allzu gerne wissen, was seine pfiffigen Prinzessinnen(toll interpretiert von Franziska Kraft, Charlotte Walters, Sophie Frieburg und Magdalena Bohnenkämper) so treiben. Deshalb engagiert er verschiedene Kandidaten, die das Geheimnis seiner Töchter lüften sollen. Da ist zunächst einmal der fahrige Ritter Kunibert (Hanna Schulte hat diesen Part glaubwürdig gespielt)), dem die gestellte Aufgabe misslingt. Anschließend erscheint der überaus nervöse Norbert Nervenbündel (überaus glaubwürdig interpretiert von Johanna Mündelein), mit dem man einfach Mitleid haben muss. Ihm scheinen auch die in der Fernsehwerbung angepriesenen Beruhigungsmittel nicht zu helfen. Sein Schicksal ist besiegelt und er wird vom treuen Diener Jeremias(Simon Mehler, dem man die Treue zu seinem Herrn bedenkenlos abnimmt) kurzerhand per königlicher Sackkarre in den Statuengarten befördert. Nun betritt der geheimnisvolle Edward Snowden (toll gespielt von Leah Bartsch) mit seinem NPA- Koffer die Bühne. Es stellt sich heraus, dass er bei dem geheimen Geheimdienst NPA tätig war, der sich, sehr zur Freude der jüngeren Zuschauer, als Nationale Pups Agentur herausstellt, die über den momentanen Verdauungszustand aller Könige dieser Welt Bescheid weiß. Doch seine modernen Überwachungsmethoden überlisten die Prinzessinnen kurzerhand mit den Waffen einer Frau, indem sie die Kameras mit ihren Büstenhaltern verhängen. Auch er muss scheitern und wird samt den Dessous als Statue in den königlichen Park geschoben. Nun betritt ein „stark“ verwundeter Soldat (mitleiderregend und jammervoll gespielt von Judith Schiller) die Bühne. Er wimmert bei der Kräuterfee um Hilfe und erhält sie schließlich unter schallendem Gelächter des Publikums in Form eines echten Hello Kitty- Pflasters. Von der Alten, die sich als seine Mutter herausstellt, bekommt er noch einen knallbunten „Tarnmantel“ verpasst, in dem ihn die Prinzessinnen nicht sehen können, wohl aber die Kinder im Publikum. Daraus ergeben sich beim Gang der Prinzessinnen durch den geheimnisvollen Zauberwald (toll gestaltet von den Kulissenmalerinnen), viele lustige Situationen. Zwerg Pimpfi ( entsprechend keck gespielt von Zippora Jeyabalan) stellt sich als vehementer Dortmund-Fan heraus, der statt seiner Zwergenmütze eine Dortmund-Kappe trägt. Als die Prinzessinnen ihm zu frech werden, droht er, sie in die Veltins-Arena zu verbannen, wo sie den Rest ihres Lebens als Schalke-Fans verbringen müssen. Doch am Ende geht alles gut aus. Die Prinzessinnen bekommen ihre Prinzen, der Soldat bekommt die vierte Prinzessin, die keinen Prinzen abbekommen hat, und der Schuster darf weiterhin neue Tanzschuhe machen.
So durfte das Publikum auch in diesem Jahr wieder ein tolles Märchenstück erleben. Die nach der letzten Vorstellung geforderte Zugabe wird im nächsten November mit einem neuen Stück gegeben.
An dieser Stelle noch einmal der Dank an alle, die in irgendeiner Weise geholfen und damit zum Erfolg des Märchentheaters beigetragen haben.

Gymnasium Petrinum Brilon

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